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Nidānasaṃyutta · SN 12 · Rezitationsfassung Wat Na Pa Pong

Das Rad der Bedingungen

Der Paṭiccasamuppāda, gezeichnet wie ein Himmel: aussen die zwölf Glieder als Kreis, innen die Formel, aus der sie entstehen. Violett ist die Entstehung, Rosa das Aufhören, Gold der eine Ansatzpunkt, an dem die Kette reissen kann.

Die Grundformel

Vier Zeilen, aus denen sich der Rest ergibt wie eine Gleichung, die man nur noch ausschreiben muss. Das Wort sati heisst hier „seiend“, nicht Achtsamkeit; wäre die Achtsamkeit gemeint, stünde satiyā.

imasmiṃ sati idaṃ hotiอิมัส๎มิง สะติ อิทัง โหติWenn dies ist, ist jenes.
imassuppādā idaṃ uppajjatiอิมัสสุปปาทา อิทัง อุปปัชชะติAus dem Entstehen von diesem entsteht jenes.
imasmiṃ asati idaṃ na hotiอิมัส๎มิง อะสะติ อิทัง นะ โหติWenn dies nicht ist, ist jenes nicht.
imassa nirodhā idaṃ nirujjhatiอิมัสสะ นิโรธา อิทัง นิรุชฌะติAus dem Aufhören von diesem hört jenes auf.

Das Rad

Entstehung, im Uhrzeigersinn Aufhören, gegen den Uhrzeigersinn Der Ansatzpunkt zwischen 7 und 8

Der Ansatzpunkt

Alles vor dem Gefühl läuft zu schnell, alles danach zu schwer. Das Madhupiṇḍika-Sutta (MN 18) zeigt dieselbe Bewegung im Kleinen: Aus dem Gefühl wird Wahrnehmung, aus der Wahrnehmung ein Gedanke, aus dem Gedanken ein Strom, der sich selbständig macht. Ein Gefühl, das nur gefühlt wird, hat keine Folgen.

Zwei Wörter, eine Schreibung

Im Pali gibt es zwei sati, die sich zufällig gleich schreiben. Das Thai hält sie auseinander, und die thailändische Alltagssprache zeigt am deutlichsten, was das zweite bedeutet.

sati · seiend

√as · Sanskrit sat · Thai สัต- / สัจ-

Das Wort in der Grundformel. „Bei diesem seiend, ist jenes.“ Verwandt mit sacca, Wahrheit, und satta, Lebewesen. Im Thai lebt diese Wurzel als สัจจะ und สัตว์, nie als สติ.

sati · Geistesgegenwart

√smṛ · Sanskrit smṛti · Thai สติ

Das Werkzeug, mit dem die Bedingung entzogen wird. Erinnerung, Gegenwärtighalten, das Nichtvergessen, dass man hier ist. Nur dieses Wort ist als สติ ins Thai eingegangen.

ขาดสติohne Besinnung หมดสติbewusstlos สติแตกdurchdrehen ตั้งสติsich fassen ได้สติzu sich kommen มีสติbei sich

Die Achse des Thai-Wortes läuft nicht von Zerstreuung zu Konzentration, sondern von Abwesenheit zu Anwesenheit. Unkonzentriert heisst ขาดสมาธิ; der Schüler am Fenster ist zerstreut, aber bei sich. Der Betrunkene, der prügelt, kann hochkonzentriert sein und ist doch nicht da. Sati ist nicht Konzentration, sondern Geistesgegenwart.

Die zwölf Glieder

Quelle: Nidānasaṃyutta, SN 12 (Thai-Tipiṭaka Bd. 16); Rezitationsvorlage Wat Na Pa Pong. Terminologie nach der Ausgabe „Paṭiccasamuppāda – Das abhängige Entstehen“, Pali · Thai · Deutsch, Daniel Schwörer, Winterthur 2026 / พ.ศ. ๒๕๖๙. ๛