Der Paṭiccasamuppāda, gezeichnet wie ein Himmel: aussen die zwölf Glieder als Kreis, innen die Formel, aus der sie entstehen. Violett ist die Entstehung, Rosa das Aufhören, Gold der eine Ansatzpunkt, an dem die Kette reissen kann.
Vier Zeilen, aus denen sich der Rest ergibt wie eine Gleichung, die man nur noch ausschreiben muss. Das Wort sati heisst hier „seiend“, nicht Achtsamkeit; wäre die Achtsamkeit gemeint, stünde satiyā.
Alles vor dem Gefühl läuft zu schnell, alles danach zu schwer. Das Madhupiṇḍika-Sutta (MN 18) zeigt dieselbe Bewegung im Kleinen: Aus dem Gefühl wird Wahrnehmung, aus der Wahrnehmung ein Gedanke, aus dem Gedanken ein Strom, der sich selbständig macht. Ein Gefühl, das nur gefühlt wird, hat keine Folgen.
Im Pali gibt es zwei sati, die sich zufällig gleich schreiben. Das Thai hält sie auseinander, und die thailändische Alltagssprache zeigt am deutlichsten, was das zweite bedeutet.
Das Wort in der Grundformel. „Bei diesem seiend, ist jenes.“ Verwandt mit sacca, Wahrheit, und satta, Lebewesen. Im Thai lebt diese Wurzel als สัจจะ und สัตว์, nie als สติ.
Das Werkzeug, mit dem die Bedingung entzogen wird. Erinnerung, Gegenwärtighalten, das Nichtvergessen, dass man hier ist. Nur dieses Wort ist als สติ ins Thai eingegangen.
Die Achse des Thai-Wortes läuft nicht von Zerstreuung zu Konzentration, sondern von Abwesenheit zu Anwesenheit. Unkonzentriert heisst ขาดสมาธิ; der Schüler am Fenster ist zerstreut, aber bei sich. Der Betrunkene, der prügelt, kann hochkonzentriert sein und ist doch nicht da. Sati ist nicht Konzentration, sondern Geistesgegenwart.