Achtsamkeit, Geistesgegenwart
satiSich erinnern, dass man hier ist, und es rechtzeitig merken. Das Gegenteil ist nicht Zerstreutheit, sondern ausser sich sein: blind vor Wut, kopflos.
Im AlltagBin ich gerade da? Wann war ich zuletzt weg?
die vier Grundlagen der Achtsamkeit
satipaṭṭhānaVier Orte, an denen die Achtsamkeit wohnt: Körper, Gefühl, Geist und das, was im Geist geschieht. Atembewusstsein, die vier Grundlagen und die sieben Glieder des Erwachens sind nach dem Lehrer ein und dieselbe Sache; die Namen sagen nur, wie vollständig die Achtsamkeit schon ist (19.9., 00:00, 00:38).
Im AlltagWo ist meine Aufmerksamkeit gerade: beim Körper, beim Gefühl, bei der Stimmung, bei einem Gedanken?
rechtzeitig erkennen
รู้เท่าทันEs merken, während es aufkommt, nicht eine Stunde später. Die Achtsamkeit staut den Strom (19.9., 02:16).
Im AlltagHabe ich den Ärger bemerkt, bevor ich die Mail abgeschickt habe, oder danach?
Konzentration
samādhiEin Geist, der fest steht und sich nicht über Auge und Ohr fortziehen lässt. Er weiss alles, aber er läuft nichts hinterher (19.9., 20:07, 20:40).
Im AlltagBei einer Sache bleiben, zehn Atemzüge lang. Wie oft bin ich weggelaufen?
korrekt
sammāSo ausgeführt, dass es wirkt. Konzentration ist erst korrekt, wenn Geistesgegenwart dabei ist (19.9., 08:33). Wer nur starrt, übt falsch.
Im AlltagBin ich konzentriert und da, oder nur verbissen?
Atembewusstsein
ānāpānasatiSich seiner selbst gewahr sein beim Einatmen und beim Ausatmen. Der Atem ist der wirkliche Weg der Gehmeditation: hinein und hinaus. Māra (die Versuchung) kann es nicht sehen (19.9., 09:06, 33:11, 34:07).
Im AlltagDrei Atemzüge an der Ampel, im Lift, vor dem Anruf.
Ruhe und Einsicht
samatha · vipassanāZuerst den Geist ruhig machen, dann sehen, wie es ist. Man beginnt mit der Ruhe, bevor man zur Einsicht geht; die Ruhe braucht man ohnehin als Boden (19.9., 00:38).
Im AlltagBin ich ruhig genug, um überhaupt etwas zu sehen?
die sieben Glieder des Erwachens
bojjhaṅgaWas heranwächst, wenn die Achtsamkeit vollständig wird: Achtsamkeit, Untersuchen, Tatkraft, Freude, Zur-Ruhe-Kommen, Konzentration, Gleichmut. Auf dieser Stufe heisst es nicht mehr Glück, sondern Zur-Ruhe-Kommen: Der Körper kommt zur Ruhe, der Geist kommt mit zur Ruhe (19.9., 28:18).
Im AlltagWas ist heute schon von selbst ruhiger geworden?
das Wissende und das Gewusste, der Wissende
Das, was weiss, und das, was gewusst wird, sind zweierlei. Das Gefühl ist da, aber es ist nicht «ich fühle» (19.9., 16:41). Einen «Wissenden» gibt es nicht, es gibt nur das Wissen; wer einen Wissenden sucht oder erschafft, weiss verblendet (23.9., 00:42).
Im Alltag«Da ist Ärger» statt «ich bin wütend». Macht das einen Unterschied?
Bilder, die beim Sitzen erscheinen
nimittaLichtgestalten, Kristalle, Himmel, Hölle, Stimmen: Alles kommt aus der Wahrnehmung, aus Orten, an denen man schon war; es ist etwas, das der Geist erschafft (23.9., 15:00, 15:44). Es hat keine Bedeutung; wer es sieht, kehrt zum Atem zurück (23.9., 16:48, 18:23).
Im AlltagWenn beim Sitzen ein Bild oder ein Gedanke aufsteigt: Schaue ich ihm nach, oder kehre ich zum Atem zurück?
tiefe Konzentration
jhānaEin Sehen durch Hinstarren, noch keine Erkenntnis (ñāṇa); gab es schon vor dem Buddha (23.9., 09:00, 11:47). Mit ihrer Kraft kann man Zorn niederdrücken, aber wie ein heruntergebogener Ast schnellt er zurück, sobald die Kraft nachlässt (23.9., 22:46).
Im AlltagHalte ich meinen Ärger nur nieder, oder sehe ich, wie er kommt?
bloss wissen
รู้เฉย ๆWissen, ohne hinterherzulaufen und ohne zu urteilen. Was kommt, wird gewusst; mehr nicht (19.9., 18:38, 20:45).
Im AlltagEin Geräusch hören, ohne es gut oder schlecht zu finden.